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Karibik oder Kartoffel

3. Oktober 2021

Florian Neuberger: Landwirt aus Bürgstadt äußert sich zu Billigfleisch

Was ist ein starkes Argument, dass ich bei Ihnen einkaufe und nicht im Supermarkt?

Das Tier ist bei uns geboren worden, es wächst bei uns auf und wird am Hof geschlachtet. Weder Zukauf noch Transport finden statt.

Warum sollten Verbraucher kein Billigfleisch im Supermarkt kaufen?

Die ganz billige Ware kommt aus Betrieben, die mitunter nicht in Deutschland sind. Sprich, dass man lange Transportwege hat – sowohl für das lebende Tier als auch für das Fleisch. Wenn ich mehr für Fleisch verlangen kann, hab ich finanzielle Mittel übrig, um dem Tierschutz noch gerechter zu werden: mehr Platz, mehr Stroh. Das bestimmt der Verbraucher letztlich an der Ladentheke.

Ist das Fleisch von Ihrem Hof auch für Geringverdiener erschwinglich?

Für jemanden, der staatliche Unterstützung hat – sei es Hartz IV oder Arbeitslosengeld – wird es für den täglichen Bedarf zu teuer sein. Ansonsten muss ich entscheiden: Kaufe ich mir anständige Lebensmittel zu einem gerechtfertigten Preis, so dass der Landwirt überleben kann und die Natur etwas davon hat, oder stecke ich mein ganzes Geld in Freizeit und Unterhaltungsmedien. Also: Karibik oder Kartoffel.


Zur Person: Florian Neuberger

Florian Neuberger (34) ist Landwirtschaftsmeister aus Bürgstadt. Der Betrieb Erftal Rind wird seit 1969 von der Familie Neuberger geführt. Der Schwerpunkt liegt auf der Mutterkuhhaltung und Fleischerzeugung mit bis zu 600 Rindern. Hinzu kommt die eigene Schlachtung und Vermarktung. Der überwiegende Teil des Fleisches wird direkt am Hof verkauft, ein Teil geht an Metzgereien in der Umgebung.

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