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Jugendkultur sucht ihren Freiraum

2. Oktober 2021

Birgit Englert: Fachkraft für Suchtprävention über Behandlungsmöglichkeiten

Woran kann man eine Sucht erkennen?

Es gibt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sechs Merkmale. Dazu zählt zum Beispiel die Toleranzentwicklung. Das bedeutet, dass man immer mehr von der gleichen Sache macht. Anfangs spielt man eine halbe Stunde Computer und hat dann den »Kick«, irgendwann benötigt man 15 Stunden. Ein weiteres Merkmal sind körperliche Entzugserscheinungen wie etwa Unruhe und Nervosität.

Wie kann eine Sucht behandelt werden?

Erstmal muss derjenige, der süchtig ist, das wollen. Bei einer Sucht kann man körperlich und psychisch süchtig sein. Meist ist die körperliche Abhängigkeit einfacher zu behandeln. Beim Alkohol macht man einen Entzug. Die psychische Abhängigkeit ist aber viel schwieriger zu überwinden. Man denke an den Raucher: Das Nikotin ist schnell aus dem Körper raus, aber wie lange machen sie rum, bis sie nicht mehr rauchen? Da werden meist viele Versuche unternommen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Glauben Sie, dass die Mediensucht bei Jugendlichen in der Zukunft noch größer werden könnte?

Ich denke, das Interesse daran wird weiter steigen. Für die Jugendlichen gibt es nur noch von den Eltern verplante Freizeit. Aber jede Jugendkultur sucht ihren Freiraum. Das Internet ist meiner Meinung nach tatsächlich der einzige Freiraum ohne Einmischung durch Erwachsene.

 

Zur Person: Birgit Englert Birgit Englert aus Glattbach (Kreis Aschaffenburg) ist Sozialpädagogin und arbeitet im Landratsamt Miltenberg als Fachkraft für Suchtprävention. Die 51-Jährige macht unter anderem Schulungen für Schulklassen, Pädagogen und Kindergärtner sowie Öffentlichkeitsarbeit.

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