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Ihr Zuhause ist auch ihr Büro

28. Oktober 2019

Seit SAP-Beraterin Antoanela Walter Mutter ist, arbeitet sie hauptsächlich im Homeoffice

 

Berg. Antoanela Walters Tag ist streng getaktet. Um sechs Uhr steht sie auf, frühstückt zusammen mit ihrer Tochter Alisia (5), bringt die Kleine in den Kindergarten und setzt sich anschließend an den Laptop. Jetzt ist Arbeiten bis 22 Uhr angesagt – unterbrochen von gemeinsamer Zeit mit dem Nachwuchs. Die 40- Jährige aus Berg arbeitet im Homeoffice. Antoanela Walter ist SAP-Beraterin für eine Unternehmensberatung.

Beruflich ist sie auf der ganzen Welt unterwegs. Ihre Kunden sitzen in Oslo, Amsterdam, Singapur, Köln oder Hamburg. Sie spricht mehrere Sprachen. „,Englisch ist Businesssprache“, sagt sie. Außerdem kann sie sich auf Rumänisch, Italienisch und Französisch verständigen.

Christian Walter – ein gebürtiger Deggendorfer – ist als Programmierer im selben Unternehmen wie seine Frau beschäftigt. Das Paar hat sich bei einem gemeinsamen Projekt kennengelernt und ist seit fast vier Jahren verheiratet. Irgendwann stand die Entscheidung an, wo sie zusammen leben wollen. Die Wahl fiel auf Berg in der Gemeinde Metten. Das hatte vor allem familiäre Gründe. Aber nicht nur: Wichtig seien auch ein Fughafen und ein Bahnhof in der Nähe gewesen, erzählt Antoanela Walter, die aus der Nähe von Darmstadt stammt.

2014 kam Töchterchen Alisia zur Welt. Für die SAP-Beraterin war das kein Grund, nicht mehr oder nur noch Teilzeit zu arbeiten. „Nach meiner Elternzeit wollte ich wieder einsteigen. Ich habe mit meinem Chef telefoniert und gesagt: ,Okay, ich bin wieder dabei – Vollzeit. Aber ich kann nicht mehr in diesem Umfang reisen‘“.

Der Chef willigte ein. ,,Mein Unternehmen ist sehr familienfreundlich“, berichtet die 40-Jährige. Und auch die Kunden wissen, was sie an ihr haben: ,,Meine Kunden schätzen meine Erfahrung mehr als die Zeit, die ich vor Ort mit ihnen verbringe.“ War sie früher jede Woche von Montag bis Donnerstag bei den Kunden, ist sie heute nur noch jede zweite Woche von Montag bis Mittwoch dort – im Wechsel mit Ihrem Mann. Christian Walter unterstützt seine Frau in allen Belangen. „Zusammen sind wir wirklich ein starkes Team: Wir arbeiten beide Vollzeit und teilen alles. Er hilft im Haushalt und mit der Kleinen.“ Den Alltag meistern sie als Team sehr gut. Ist dennoch einmal Not am Mann, bekommen sie Unterstützung von den Großeltern.

Bleibt bei all dem noch Zeit für gemeinsame Unternehmungen? „Ja natürlich, die gemeinsame Zeit bleibt nicht auf der Strecke“, versichert Antoanela Walter. Das Homeoffice ist für sie die ideale Lösung, Beruf und Familie zu kombinieren. „Man kommt nicht nach einem achtstündigen Tag genervt und müde nach Hause“, weiß sie. „Allerdings muss man flexibel sein, jonglieren können und viel Selbstdisziplin aufbringen.“

Damit Alisia nicht zu kurz kommt, verzichtet ihre Mama gerne auf feste Arbeitszeiten. Wenn es ein Projekt erfordert, macht sie auch erst nachts Schluss, denn: „Am Ende des Tages muss ein Ergebnis vorliegen.“ Dann liege ein Tag voller abwechslungsreicher Tätigkeiten hinter ihr. „Man braucht aber schon viel Energie und gute Laune.“ Für das Arbeitsmodell Homeoffice seien außerdem Offenheit, Selbstbewusstsein, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft gefragt.

Und auch die Politik müsste aus Antoanela Wagners Sicht liefern, denn: „Das Internet ist für das Homeoffice natürlich ein großes Thema. Die Politik aber vernachlässigt die Digitalisierung am Land.“ Für die 40-Jährige liegt im Homeoffice die Zukunft: „So werden Frauen, die arbeiten wollen, nicht in die Teilzeit gedrängt. Es sollten mehr Unternehmen erkennen, welche Arbeitskraft Mütter leisten können.“ Antoanela Walter kann sich nicht vorstellen, Teilzeit zu arbeiten. Bei Familien mit mehr als einem Kind hält sie Homeoffice aber für schwierig: ,,Ich denke, da würden viel zu viele Sachen zu kurz kommen.“

Leben und Arbeiten auf dem Land. Die Walters haben die perfekte Kombination gefunden. So können sie auch in Berg verwurzelt sein: „In der Großstadt schaut jeder nur auf sich. Hier bei uns ist das anders. Die Landschaft ist schön und die Kinder wachsen behütet auf.“

Antoanela Walter im Interview:

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