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Schwerpunkt Stadt, Land, Bus in Deggendorf

Ist Deggendorf inzwischen zu einem Vorort der Landeshauptstadt geworden, oder lebt es sich dort noch wie vor 30 Jahren? Wohin zieht es die Jugend am Wochenende aus den umliegenden Dörfern, und mit welchem fahrbaren Untersatz? Ist der Öko-Trend  eine Land- oder eine Stadtangelegenheit, oder beides zugleich? Wem zieht es aus der Großstadt in die Dörfer? Und was schätzen diejenigen, die bleiben?

 

 

 

Ab dem 15.07. haben sich 30 Jungredakteur*innen aus Deggendorf  das Schwerpunktthema journalistisch erarbeitet. Die Themenseite wurde am 11.10. in der Deggendorfer Zeitung  veröffentlicht. Ein Radiomagazin wurde im Rundfunk in Kooperation mit der EFA mehrfach ausgestrahlt. Für den 10.11. und 11.10. produzierten sie eine Life-Talkshow in Kooperation mit dem Landkreis Deggendorf.

Jugendliche aus Deggendorf  haben  Passant*innen befragt, was sie von der Infrastruktur im Landkreis verbinden:

 

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Schwerpunkt Stadt, Land, Bus – Impressum

Unter der Trägerschaft der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit hatte volo für eine Woche  eine Außenstelle in der Realschule Maria Ward aufgeschlagen. Im Rahmen von „volo – die junge Redaktion“ erarbeitete die Klasse 8 b zusammen mit Redakteurin Michaela Arbinger eine komplette Zeitungsseite, mit Roland Rosenbauer und Julia Gruber Beiträge fürs Radio und eine szenische Talkshow. Die Projektberatung übernahmen neben der DZ die Evangelische Funkagentur (EFA) und das Bayerische

Unter dem Titel „Stadt, Land, Bus“ wurden jeden Tag Interviews geführt, Fakten nachrecherchiert, Fotos gemacht und Berichte geschrieben, die sich mit dem Leben in der Stadt und auf dem Land befassen.

Bei Jean-Francois Drozak liefen in dieser Woche alle Fäden zusammen. Er selbst erarbeitete mit den Schülern eine szenische Talkshow. Folgende Schülerinnen der Realschule Maria Ward bildeten

die junge Redaktion: Isabelle Bender, Romy Bogner, Diana Bordunov, Marlene Feldmeier, Pollyanna Felker, Yasmina Friedl, Emma Gäck, Lena Hacker, Sofia Heigl, Lena Kern, Michelle Klein, Franziska Linzmeier, Katharina Meinzinger, Maria Pusch, Leoni Sauer, Lea Schnelldorfer, Tanja Schwebler, Marie Luise Sellmer, Celina Stangl, Sarah Steininger, Carina Streicher, Veronika Turtschan, Isabella Waindinger, Rebecca Wallner, Leonie Wanninger, Jessica Wyrwalec und Dilara Yalcin.

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Dorfsterben gibt es bei uns nicht!

Außernzell. „Ich bin kein Stadtmensch“, sagt Michael Klampfl (55), Bürgermeister von Außernzell und begeisterter Landwirt. Draußen am Land, in seiner Gemeinde mit 1500 Einwohnern, das ist seineWelt.

Er ist verheiratet mit seiner Frau Rosi und Vater von drei Töchtern: Barbara und die Zwillinge Christiane und Teresa. Im Nebenerwerb mästet Michael Klampfl 80 weibliche Rinder und zwei Schweine. Die Tiere verkauft er an einen Metzger seines Vertrauens; das Tierwohl ist ihm wichtig. Der Betrieb umfasst 32 Hektar landwirtschaftliche Fläche.

Obwohl Rosi Klampfl in der Verwaltung des Robert-Koch- Gymnasiums arbeitet, Tochter
Barbara und ihr Mann beide Lehrer sind, helfen alle auf dem Hof mit. Anders als viele denken, ist die Digitalisierung im Dorf längst angekommen. Per App behält Klampfl den Überblick über seine Tiere: „Es ist aufgelistet, wann die Tiere geboren sind, wenn sie den Hof verlassen oder wenn ich Kälber zukaufe.“

Als Bürgermeister erachtet der 55-Jährige eine funktionierende Internet-Anbindung vor allem auch auf dem Land für wichtig: „Das ist sogar sehr gut ausgebaut, wir haben um die Gemeinde einen großen Kreis mit Breitband Außernzells  und Glasfaser ausgebaut.“

2020 würden noch einzelne Weiler erschlossen. Auch für das Gewerbe dürfte das ein wichtiger Standortfaktor sein. Außernzell hat einige Handwerksbetriebe, eine Kfz- Werkstatt, zwei Schreinereien und kleinere Geschäfte zu bieten. Größter Arbeitgeber ist der Zweckverband Abfallwirtschaft. Insgesamt, davon ist Michael Klampfl überzeugt, hat man wieder mehr Lust, auf dem Land zu leben: „Wo du gut aufgehoben bist und eine Aufgabe hast, fühlst du dich wohl.“ Der Bürgermeister schätzt, dass sich etwa 200 Außernzeller und Außenzellerinnen in 15 Vereinen engagieren können; in fast allen ist er selbst Mitglied.

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Ihr Zuhause ist auch ihr Büro

Seit SAP-Beraterin Antoanela Walter Mutter ist, arbeitet sie hauptsächlich im Homeoffice

 

Berg. Antoanela Walters Tag ist streng getaktet. Um sechs Uhr steht sie auf, frühstückt zusammen mit ihrer Tochter Alisia (5), bringt die Kleine in den Kindergarten und setzt sich anschließend an den Laptop. Jetzt ist Arbeiten bis 22 Uhr angesagt – unterbrochen von gemeinsamer Zeit mit dem Nachwuchs. Die 40- Jährige aus Berg arbeitet im Homeoffice. Antoanela Walter ist SAP-Beraterin für eine Unternehmensberatung.

Beruflich ist sie auf der ganzen Welt unterwegs. Ihre Kunden sitzen in Oslo, Amsterdam, Singapur, Köln oder Hamburg. Sie spricht mehrere Sprachen. „,Englisch ist Businesssprache“, sagt sie. Außerdem kann sie sich auf Rumänisch, Italienisch und Französisch verständigen.

Christian Walter – ein gebürtiger Deggendorfer – ist als Programmierer im selben Unternehmen wie seine Frau beschäftigt. Das Paar hat sich bei einem gemeinsamen Projekt kennengelernt und ist seit fast vier Jahren verheiratet. Irgendwann stand die Entscheidung an, wo sie zusammen leben wollen. Die Wahl fiel auf Berg in der Gemeinde Metten. Das hatte vor allem familiäre Gründe. Aber nicht nur: Wichtig seien auch ein Fughafen und ein Bahnhof in der Nähe gewesen, erzählt Antoanela Walter, die aus der Nähe von Darmstadt stammt.

2014 kam Töchterchen Alisia zur Welt. Für die SAP-Beraterin war das kein Grund, nicht mehr oder nur noch Teilzeit zu arbeiten. „Nach meiner Elternzeit wollte ich wieder einsteigen. Ich habe mit meinem Chef telefoniert und gesagt: ,Okay, ich bin wieder dabei – Vollzeit. Aber ich kann nicht mehr in diesem Umfang reisen‘“.

Der Chef willigte ein. ,,Mein Unternehmen ist sehr familienfreundlich“, berichtet die 40-Jährige. Und auch die Kunden wissen, was sie an ihr haben: ,,Meine Kunden schätzen meine Erfahrung mehr als die Zeit, die ich vor Ort mit ihnen verbringe.“ War sie früher jede Woche von Montag bis Donnerstag bei den Kunden, ist sie heute nur noch jede zweite Woche von Montag bis Mittwoch dort – im Wechsel mit Ihrem Mann. Christian Walter unterstützt seine Frau in allen Belangen. „Zusammen sind wir wirklich ein starkes Team: Wir arbeiten beide Vollzeit und teilen alles. Er hilft im Haushalt und mit der Kleinen.“ Den Alltag meistern sie als Team sehr gut. Ist dennoch einmal Not am Mann, bekommen sie Unterstützung von den Großeltern.

Bleibt bei all dem noch Zeit für gemeinsame Unternehmungen? „Ja natürlich, die gemeinsame Zeit bleibt nicht auf der Strecke“, versichert Antoanela Walter. Das Homeoffice ist für sie die ideale Lösung, Beruf und Familie zu kombinieren. „Man kommt nicht nach einem achtstündigen Tag genervt und müde nach Hause“, weiß sie. „Allerdings muss man flexibel sein, jonglieren können und viel Selbstdisziplin aufbringen.“

Damit Alisia nicht zu kurz kommt, verzichtet ihre Mama gerne auf feste Arbeitszeiten. Wenn es ein Projekt erfordert, macht sie auch erst nachts Schluss, denn: „Am Ende des Tages muss ein Ergebnis vorliegen.“ Dann liege ein Tag voller abwechslungsreicher Tätigkeiten hinter ihr. „Man braucht aber schon viel Energie und gute Laune.“ Für das Arbeitsmodell Homeoffice seien außerdem Offenheit, Selbstbewusstsein, Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft gefragt.

Und auch die Politik müsste aus Antoanela Wagners Sicht liefern, denn: „Das Internet ist für das Homeoffice natürlich ein großes Thema. Die Politik aber vernachlässigt die Digitalisierung am Land.“ Für die 40-Jährige liegt im Homeoffice die Zukunft: „So werden Frauen, die arbeiten wollen, nicht in die Teilzeit gedrängt. Es sollten mehr Unternehmen erkennen, welche Arbeitskraft Mütter leisten können.“ Antoanela Walter kann sich nicht vorstellen, Teilzeit zu arbeiten. Bei Familien mit mehr als einem Kind hält sie Homeoffice aber für schwierig: ,,Ich denke, da würden viel zu viele Sachen zu kurz kommen.“

Leben und Arbeiten auf dem Land. Die Walters haben die perfekte Kombination gefunden. So können sie auch in Berg verwurzelt sein: „In der Großstadt schaut jeder nur auf sich. Hier bei uns ist das anders. Die Landschaft ist schön und die Kinder wachsen behütet auf.“

Antoanela Walter im Interview:

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Alternative Carsharing

 

Michael Achatz (E-Wald) plädiert fürs Teilen.

Auf dem Land ist es oft schwer, mit Bus und Bahn von A nach B zu kommen. Carsharing könnte die Lösung sein – gerade für den Zweitwagen in einer Familie. Die Firma E-Wald in Teisnach hat sich auf dieses Geschäftsfeld spezialisiert. Sie hat nur Elektroautos in ihrer Flotte. Mindestens fünf Euro kostet es, sich ein Auto auszuleihen. Michael Achatz erklärt, welche Voraussetzungen man erfüllen muss.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie groß ist der Fuhrpark von EWald, welche Modelle und wie viele Standorte gibt es?

Michael Achatz: Wir haben plus minus 200 Fahrzeuge an 35 Standorten in sieben Bundesländern. Wir sind nicht an Marken gebunden. Jeder Hersteller, den es auf dem Markt gibt, ist mit mindestens einem Auto vertreten. Die Autos beziehen wir zum Großteil von Händlern aus der Region. Insgesamt aber sind nur E-Autos aus meiner Sicht nicht die Lösung, auch wenn sie viel umweltfreundlicher als Verbrenner sind. Sinnvoller wär’ es, die Autos, die wir haben, besser aufzuteilen, denn viele stehen 22 Stunden am Tag sowieso nur rum.

Was sind die Voraussetzungen, ein Auto zumieten?

Achatz: Ein gültiger Führerschein und der Kunde muss sich mit Adresse und Telefonnummer registrieren.

Wie merkt man, wenn die Batterie leer wird und wie lädt man sie wieder auf?

Achatz: Fast jedes Auto hat ein Display, worauf man die nächsten Ladestationen sehen kann. Man kann das Auto aber auch an jeder Haussteckdose aufladen. Wobei es bei großen Autos acht bis zwölf Stunden dauern kann.

Wie würden Sie einen typischen Carsharing-Kunden beschreiben und wie alt war ihr ältester?

Achatz: Es gibt nicht den typischen Carsharing-Kunden. Die sind in der Regel sehr offen und interessiert. Der Älteste wurde 1927 geboren.

Warum sehen Sie den größten Nutzen von Carsharing eher im ländlichen Raum?

Achatz: Wir gehen bewusst nicht in Städte, denn dort kommt man von A nach B. Im ländlichen Raum gibt es weniger öffentliche Verkehrsmittel.

Michael Achatz im Interview:

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Die Königin der Stadt

Deggendorf. Als Bischofsmaiserin stammt Kristina List vom Land, doch für ihr BWL Studium ist sie in die Stadt gezogen. Hier ist sie im Juli zur Deggendorfer Donaukönigin gekrönt worden, ein Jahr zuvor war sie das Christkindl – zwei wichtige gesellschaftliche Rollen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Kristina I. repräsentiert die Stadt bei Veranstaltungen in ganz Deutschland und bis nach Südtirol. Als Königin trägt sie ein blaues Dirndl, Krone, Schärpe und ein Zepter. War das schon immer ihr Traum?  „Ich glaube schon, dass viele Mädchen davon träumen.“ Jetzt im Oktober sei ihr Terminplan voll. Als Beispiele nennt sie die Bürgerversammlung sowie Termine in Wolfsburg und Hamburg.

Was will ein Hamburger von einer niederbayerischen Königin wissen?  „Was ich mache und wie man das wird.“ Informationen über die Stadt hole sie sich im Internet. „Einiges hab’ ich schon vorher gewusst. Was man so mitbekommt, wenn man in Deggendorf wohnt und studiert.“ Ihr Reich ist die Donau: „Sie fließt durch zehn Länder, entspringt im Schwarzwald, mündet ins SchwarzeMeer.“

Für das Ehrenamt bekommt die 23-Jährige eine Aufwandspauschale: „Und mir werden auch die Kilometer und der Sprit bezahlt.“ Ihre Zeit als Donaukönigin endet nach zwei Jahren und auch ihr BWL-Studium wird Kristina List bald abschließen. Welche beruflichen Pläne hat sie? „Ich möchte irgendwas mit Menschen machen und nicht nur Zahlen von links nach rechts schieben.“

Kristina List im Interview:

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Schwerpunkt Europa in Donauwörth

 

Wie ist die europäische Idee in der Region Donau-Ries pragmatisch und praktisch spürbar? Welchen Beitrag leistet die Region über ihren Tellerrand hinaus? Was geschieht mit einer Zweckgemeinschaft an ihren Grenzen, und wie damit umgehen? Im Spannungsfeld zwischen regionaler Versorgung und einer Öffnung des Wirtschaftsmarktes gibt es viel zu diskutieren. Welche Dialogkultur wird zwischen europäischer und kommunaler Ebene gepflegt? Und darf es auch ein bisschen internationaler sein?

Ab dem 15.07. haben sich 24 Jungredakteure aus Donauwörth  das Schwerpunktthema EUROPA journalistisch erarbeitet. Die Themenseite wurde am 19.07. in der Donauwörther Zeitung veröffentlicht. Ein Radiomagazin wurde im Rundfunk in Kooperation mit der EFA mehrfach ausgestrahlt. Für den 22.7. und 23.7. produzierten sie eine Life-Talkshow in Kooperation mit dem Landkreis Donau-Ries.

Jugendliche aus Donauwörth haben  Passant*innen befragt, was sie mit EUROPA verbinden:

 

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Schwerpunkt Europa – Impressum

Die Medienprodukte sind das Ergebnis des medienpädagogischen Projekts volo. Jungredakteure der Realschule Heilig-Kreuz  in Donauwörth  beschäftigten sich eine Woche lang mit dem Thema „EUROPA“. Initiiert und gefördert wurde die Projektwoche von der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit in Zusammenarbeit mit der Donauwörther Zeitung und der Evangelischen Funkagentur EFA.

Projektteam: Thomas Hilgendorf, Jean-Francois Drozak, Lisa Kräher, Roland Rosenbauer. Für die Schulen: Ulrich Starrock. Die Redaktion hatte drei Arbeitsteams. Das Team „Print“ hat eine Themenseite  produziert. Die Radio-Gruppe machte Beiträge für den Rundfunk, und die Theatergruppe brachte das Thema „Extrem“ am Donnerstagabend auf die Bühne.

Besonderer Dank gillt dem Landkreis Donau-Ries für die Unterstützung.

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Chancen und Grenzen


Was hat Europa mit dem Landkreis Donau- Ries zu tun? Viel. Denn das große Ganze besteht
immer aus den vielen kleinen Teilen. Markus Erdt ist mit beidem beschäftigt. An ihn als Mitarbeiter des Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler (CSU) wenden sich die Menschen mit ihren Anliegen.

Und die sind manchmal ganz lokal – und mitunter auch von europapolitischer Bedeutung. Erdt betont, dass Bayern eng mit Europa verknüpft sei, nicht nur aufgrund der Mittellage und der Geschichte. Viele europäische Gesetze wirken sich auch auf die Bundes- und sogar auf die Landesebene aus. Da stellt sich die Frage, ob dies ein Vor- oder Nachteil ist. Um einen Vorteil zu belegen, greift Erdt zur Zuckerrübe. Europa will die von Staat zu Staat unterschiedlichen Subventionen für Zuckerrüben in allen Ländern gleichsetzen. Dies sei aber nur möglich, wenn es eine Europäische Union gibt, die auch Gesetze verabschieden darf.

Auf rein nationalstaatlicher Ebene wäre eine solche Harmonisierung laut Erdt kaum möglich. Bald könnten, im Erfolgsfall, alle Landwirte den gleichen Zuschuss für ihre Rüben bekommen. Eine wichtige Frage ist zudem die der Migration. Seit 2015 kam eine große Zahl an Flüchtlingen über den Balkan und Österreich nach Bayern – und auch in den Kreis Donau-Ries. Diese Herausforderung konnte nur durch viele öffentliche und kirchliche Institutionen sowie die ehrenamtlichen Helfer bewältigt werden. Ausgestanden ist die Herausforderung nach wie vor nicht. Auf die Hilfe Europas wurde zwar gehofft, jedoch war es  nicht möglich, darauf zu warten. Und somit musste Deutschland alleine handeln. Oftmals waren es die Kreise und Kommunen, die in Eigenregie organisierten und Hilfe gestalteten.

Markus Erdt in Radiointerview:

Was bleibt von der Projektwoche? EU – pro oder contra? Sämtliche behandelte Themen zeigen: Europäische Zusammenarbeit bietet Chancen und nicht zuletzt ein nicht zu unterschätzendes Maß an Freiheit und Frieden. Klar wurde jedoch auch: Einzelne Identitäten sind zu respektieren – und vor allem die europäische Bürokratie sollte das haben, was es im Inneren Europas kaum mehr gibt: Grenzen. (dz)

 

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Probleme vor der Haustüre

Wie wäre es, in einer Welt ohne Schule aufzuwachsen? Für manche ist das eine ziemlich romantische Vorstellung. Die Realität sieht dagegen meist bitter aus. In vielen Ländern der Welt wachsen Kinder ohne jegliche schulische Bildung auf – weil es einerseits keine Schule in ihrer Umgebung gibt, aber auch, weil der Weg dorthin zu gefährlich und zu lang wäre. Die Konsequenz ist in den meisten Fällen schlicht und ergreifend: Armut und die Flucht davor. Szenenwechsel. 2016 im Landkreis Donau-Ries. Schulturnhallen werden zu Flüchtlingslagern umgewidmet, mit Bussen werden Migranten aus dem arabischen und afrikanischen Raum fast tagtäglich zum Landratsamt in Donauwörth gefahren. In dieser Zeit der sogenannten Asylkrise erkannte Landrat Stefan Rößle, dass man notleidenden Menschen eigentlich viel stärker vor Ort, in ihren Ländern, helfen müsste. Auch damit andere Regionen im Westen nicht überfordert sind. Aus einer Idee ist ein bundesweit beachtetes Projekt geworden.

Seit etwa zweieinhalb Jahren kümmert sich Karl-Heinz Köster als Koordinator für Entwicklungspolitik im Landkreis Donau-Ries mit dem Projekt „1000 Schulen für unsere Welt“ um das Problem. Wie der Name schon verrät, spezialisiert sich das Projekt auf den Bau von Schulen. Einer der bekanntesten Unterstützer von „1000 Schulen für unsere Welt“ ist Landrat Rößle, der nicht nur den Erlös aus dem Verkauf seines Sportwagens dafür gespendet hat, sondern auch ein wichtiger Türöffner für das Projekt ist. Der Erfolg des Projektes spiegelt sich auch in der großen gesammelten Summe aus rein privaten Spenden wider, die es ermöglichte, 25 Schulen in Afrika zu bauen. „1000 Schulen für unsere Welt“ arbeitet mit der Hilfsorganisation Fly & Help zusammen. Der stetige Kontakt zu den Ländern soll auch Vorurteile gegenüber Fremden abbauen.

Karl-Hein Köster im Radiointerview:

Diese „Entwicklungszusammenarbeit“ lohne sich für beide Parteien, so Köster. Wenn Regionen anderen Regionen helfen, ist die Gefahr geringer, dass Gelder durch Korruption verschwinden. Man kennt sich und die einzelnen Orte. Das schafft Vertrauen. Die Ambition dieses Projektes ist es auch, eine Bleibeperspektive für die Einwohner zu schaffen, dass diese nicht in ein anderes Land umsiedeln und ihr Leben bei der Flucht riskieren müssen. Es soll zudem einer möglichen Überforderung in Europa vorbeugen – zumal sich die Zusammenarbeit in der Flüchtlingsfrage in der EU als, gelinde gesagt, ausbaufähig gezeigt hat. (dz)

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